23
Apr
Mündiger Konsument?
Als ich vor kurzem diesen Artikel gelesen habe, konnte ich echt nur den Kopf schütteln: Philips hat eine Technologie entwickelt, mit der das Umschalten des Fernsehsenders während der Werbung und das Überspringen von Werbeblöcken auf Festplattenrekordern verhindert werden kann. Zwei Gedanken dazu:
Ist es noch zu fassen? Nachdem die Musik- und die Filmindustrie schon nicht mit der modernen Technik klarkommen, fängt jetzt auch noch die Unterhaltungsindustrie selber an, den Benutzer in seinen Rechten einzuschränken. Anstatt neue Konzepte für Werbung zu entwickeln, bzw. vorhandene innovative Konzepte anzunehmen (z.B. Product Placement in Computerspielen, was nach einigen Umfragen sogar unter gewissen Bedingungen auf Akzeptanz bei Spielern stößt), wird mit aller Gewalt versucht, die alten Techniken weiter anzuwenden. Das erinnert mich frappierend an die Geschichte vom toten Pferd (insb. Nr. 3). Fast so als würde ein Fernseh- und Videorekorderhersteller verhindern, dass man DVD-Rekorder an den Fernseher anschließen kann…
Was mich aus betriebswirtschaftlicher Perspektive wundert, ist, dass Philips überhaupt Geld in die Entwicklung dieser Technologie steckt. Denn: Welcher Fernsehzuschauer würde sich ein Gerät mit dieser “Funktion” kaufen? Ich denke doch mal niemand. Und in welchen Geräten man auch immer diese “Funktion” versteckt, um sie den Menschen anzudrehen, so wird es doch (hoffentlich!) immer Hersteller geben, die Ähnliches ohne Werbeblocker verkaufen. Und schon wirkt der Verdrängungsmechanismus minderwertiger Produkte aus dem Markt… Man könnte also sagen, dass sich dieses Problem von selber lösen wird. Hier kann der Markt für den Konsumenten arbeiten. ![]()
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