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Okt

Gibt es eigentlich die Welt?

Denken wir mal ganz abstrakt und theoretisch: Woher weiß ich eigentlich, dass die Welt existiert? Klar, das ist eine Frage, wie sie in Literatur, Film und Fernsehen schon oft gestellt wurde und die gerade mit der zunehmenden Virtualisierung des Lebens immer drängender wird. Descartes bietet hierzu eine besonders schöne Argumentation:

Ausgehend von seinem Diktum “Ich denke also bin ich” kommt er zu dem Ergebnis dass auch das, was “Ich” denkt oder fühlt existiert. Da es Dinge gibt, die “Ich” sinnlich wahrnehmen kann, muss diese Wahrnehmung, die sicher existiert, irgendwo ihren Ursprung haben. Descartes sieht dabei drei Möglichkeiten: die eigene Seele, Gott oder das tatsächlich existierende Ding. Die Seele kann es nicht sein, denn sie hat keine Kontrolle über ausgelöste Gefühle, Gott kann es auch nicht sein, denn der Eindruck eines Dings, das nicht existiert wäre dann ein Trugbild und Gott sei kein Betrüger. Also müssen solche Dinge außerhalb des “Ich” existieren.

Eine schöne Argumentationsfigur, die gleichzetg gut aufzeigt, wie weit die Wissenschaft und unsere Phantasie inzwischen fortgeschritten sind - wenn auch zu dem Preis, dass der Existenzbeweis von Dingen wohl immer noch nicht erbracht ist ;-). Eine moderne Antwort auf Descartes könnte also folgendermaßen aussehen:

Die Seele könnte doch der Ursprung für die Wahrnehmungen sein, da sie nur zu einem äußerst geringem Teil der Kontrolle des reflxiven Bewusstseins unterliegt - Freud lässt grüßen.

Auch ein transzendentales Wesen könnte der Ursprung sein, wenn es eigene Interessen verfolgt und den Mensch nicht als Krone der Schöpfung, sondern als Mittel zum Zweck sieht - Matrix lässt grüßen.

Und schließlich ist das ganze Prinzip “Beweis durch Ausschluss aller anderen Mögichkeiten” kaum anwendbar, wenn sich unendlich viele andere Möglichkeiten denken lassen.

Trotzdem weist Descartes auf wichtige Aspekte hin: Damit ein Ding Gefühle auslösen kann, muss es existieren. Dann muss aber auch die “Seele” darauf ansprechen und dem Ding ein Gefühl “zuordnen” und dass irgendeine traszendentale Kraft in der Entstehung der Wahrnehmungsapparate des Menschen und der “Seele” eine Rolle spielt, wird sich wohl nie endgültig widerlegen lassen…


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