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Okt

DGS: Netzwerkgesellschaft mal anders

Die “Netzwerkgesellschaft” ist mittlerweile ein Schlagwort, das immer wieder verwendet wird, um die moderne Gesellschaft zu charakterisieren. Waren-, Personen-, Kapital- und Kommunikationsströme verbinden Menschen und Organisationen auf der ganzen Welt und schaffen so Netzwerke, die die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung prägen. Eine andere Perspektive auf den Begriff hat Boris Holzer in seinem Vortrag vorgestellt. Er schlägt vor, den Begriff auf einen bestimmten Typus von Gesellschafts- und Wirtschaftssystem anzuwenden, in dem persönliche Netzwerke das wichtigste Mittel für gesellschaftliches Handeln sind - zentrale Beispiele sind hier die chinesischen Guanxi-Netzwerke und die Dominanz persönlicher Netzwerke in vielen postsozialistischen Transformationsstaaten. Eine spannende Überlegung, die den Begriff “Netzwerkgesellschaft” von einem Schlagwort, das wenig empirische Unterscheidungskraft enthält, zu einem kategorialen Begriff machen, der es erlaubt, verschiedene Formen (post-)moderner Gesellschaftssysteme zu unterscheiden. Insbesondere Wirtschaftskreisläufe außerhalb des klassischen Wirtschafts- und Verwaltungssystems können auf diese Weise theoretisch erfasst und konzipiert werden.


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