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Okt

DGS: Die Vernunft der Soziologie

Einen ersten durchaus interessanten Vortrag lieferte Hans-Georg Soeffner, der seine Ansicht darüber darlegte, in welcher Herangehensweise die Zukunft der Soziologie liegt und wie diese sich selbst verstehen muss, damit sie einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung leisten kann. Kontrovers an dem Vortrag war in meinen Augen die Forderung Soeffners, die Soziologie solle vor dem Hintergrund sorgfältiger Studien und historischer Beobachtungen Handlungsalternativen anbieten, die es der Gesellschaft ermöglichen die aktuellen und zukünftige Krisen zu überstehen und so einen praktischen Beitrag zur Zukunft der Gesellschaften leisten.

Ich will nicht abstreiten, dass die Soziologie in der Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten kann, aber ich sehe diesen nicht in der Bereitstellung von Handlungsoptionen. Einfach aus dem Grund, da sich die Soziologie als Wissenschaft eine Distanz gegenüber ihrem Gegenstand bewahren muss und es problematisch wird, wenn sie versucht, ihn eigenständig zu verändern. Vielmehr muss es darum gehen, diejenigen, die über die Mittel verfügen, die Gesellschaft der Zukunft mitzugestalten, für soziologische Themen, die soziologische Herangehensweise und die Ergebnisse soziologischer Forschung zu sensibilisieren, so dass wissenschaftliche Erkenntnisse einen größeren Einfluss auf die gestalterischen Prozesse der Zukunft nehmen können. Wohlgemerkt, wissenschaftliche Erkenntnisse, nicht Wissenschaftler.


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