10

Sep

DA: Erste Woche - Karl Weick und Niklas Luhmann

So, nachdem mein Diplomarbeitsthema (Rationalität als Rechtfertigungsnorm in Wirtschaftsunternehmen) in groben Zügen ja schon einige Zeit feststeht, habe ich mich seit Montag intensiv mit zwei Büchern beschäftigt, die meiner Konzeption von Organisationen sicherlich weiterhelfen werden:

Karl E. Weick: Der Prozess des Organisierens (The Social Psychology of Organizing)

Weick versteht Organisationen als eine Sammlung von Rezepten mit der Interaktionen zwischen Individuen gekoppelt werden. Zentrales Element ist für ihn der “doppelte Interakt”, eine wechselseitige Abhängigkeit zweier Individuen von bestimmten Handlungen des anderen. Ein Zyklus (eine Reihe gekoppelter doppelter Interakte) ist dann in der Lage Komplexität zu verarbeiten und ihr “Sinn” zuzuschreiben.
Dieser Prozeß erfolgt in drei Schritten: 1. Gestaltung (das Einklammern eines bestimmten Realitätsausschnitts), 2. Selektion (das Anwenden von “Kausalkarten” auf diesen Ausschnitt), 3. Retention (das Abspeichern des kompletten Komplexes zur späteren erneuten Anwendung)

Niklas Luhmann: Funktionen und Folgen formaler Organisation

Ähnlich wie bei Weick stehen auch bei Luhmann Verhaltenserwarungen im Zentrum koordinierter Kooperation. Er argumentiert, wie eine Formalisierung von Organisationsstrukturen dazu beitragen kann, diese Koordination zu erleichtern. Nur einige Prozesse seinen hier genannt: Integration funktional differenzierter Subsysteme, Abstraktion von Erwartungen, Trennung von Motivation und Kommunikation, Stabilisierung gegenüber der Umwelt, Festlegung von Kommunikationsflüssen…

Beide Ansätze sind jedoch bereits etwas älter (Weick 1979, Luhmann 1964) und für mich wäre es wichtig zu wissen, inwieweit diese in den letzten Jahrzehnten weiter entwickelt oder kritisiert wurden. Meine nächster Schritt bzgl. dieser Ansätze wird es also sein, einen Überlick über den aktuellen Stand zu bekommen. Mal schauen, was sich da so findet…


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