25
Jan
Kann Paid Content aussterben?
Peter Turi sieht das Ende kostenpflichtiger Inhalte im Internet nahen, da sich immer ein Konkurrent finde, der sein Angebot kostenlos mache und sich über Werbung refinanziere. Stimmt im Prinzip, aber diese Entwicklung hat Grenzen:
Die Erstellung von Inhalten erzeugt Kosten (bei Autor A), die durch Werbung (insb. für andere Internetseiten) refinanziert werden müssen. Die Werbung Schaltenden müssen nun die Kosten für ihre Werbung (spricht die Kosten von Autor A) und ihre eigenen Inhaltskosten (Autor B) über Werbung finanzieren, Autor C finanziert dann Autor B und damit auch Autor A usw. usf. Auch wenn es sicherlich sehr attraktiv wäre, wenn sich die Webseiten wechselseitig finanzieren und der User kostenlosen Inhalt abgreifen kann, realistisch ist das in meinen Augen nicht. Denn sobald Inhalte im Internet kostenlos verfügbar sind, wird die Zahl derer, die für Tageszeitungen, Magazine etc. in der realen Welt Geld ausgeben sinken und damit auch die Verfügbarkeit von Mitteln für die Werbung im Internet. Ein Teufelskreis, der mehrere mögliche Ergebnisse haben könnte:
- Im Internet wird nur noch ein kleiner Bruchteil der Informationen angeboten, die in realweltlichen Publikationen verbreitet werden
- Der Aufwand, den Autoren betreiben können, um Inhalte zu produzieren wird erheblich sinken und die Qualität der Inhalte damit gleich mit
Wer also eine weitere Verfügbarkeit hochqualitativer Informationen im Internet verlangt, der muss sich, in meinen Augen, zumindest in diesem Bereich gerade für (!) bezahlte Inhalte aussprechen.