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Jul
Jörg Jaksche: Respekt!
Nachdem in den Medien und im Internet zurecht viel auf Skandalen, Fehlern und menschlichen Schwächen herumgeritten wird, werde ich ab jetzt versuchen, jede Woche einen Menschen vorzustellen, der in meinen Augen Respekt verdient hat. Das können Bekannte oder Unbekannte sein, Junge oder Alte, Reiche oder Arme. Sie haben nur eines gemeinsam: Sie haben etwas gesagt oder getan, von dem ich meine, dass es Respekt verdient.
Jörg Jaksche:
Im Juni 2007 gestand der Profi-Radfahrer dem Spiegel, dass er jahrelang gedopt habe. Er ging sogar noch weiter und berichtete von einem fest installierten Dopingsystem innerhalb seines Rennstalls und von Drohungen des Dänen Bjarne Riis, falls Jaksche im Rahmen seines Dopinggeständnisses Namen nenne. Jaksche ließ sich jedoch nicht davon abhalten und hat dies nun mit dem Ende seiner Karriere bezahlen müssen. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagt er lapidar: "Ich habe kein Team gefunden. Man will mich nicht mehr."
Auch wenn man ihm vorwerfen könnte, seine Beichte sei aus Kalkül geschehen, um seine eigene Sperre zu verkürzen, so muss Jaksche bereits vorher gewusst haben, dass er, wenn er das "Kartell des Schweigens" bricht, aus dem Profi-Radsport als Paria ausgestoßen wird. Er hat dies in Kauf genommen und kann nun, zumindest im Hinblick auf das Doping, zurecht von sich behaupten: "…dafür kann ich jetzt als einer der wenigen aus der Szene aufrecht durchs Leben gehen."
Aufrecht durch das Leben gehen. Ein Thema, das alleine einen eigenen Blog wert wäre….
Aennsche am 16. Juli 2008, 17:40 Uhr
Tolles Idee, jede Woche so jemanden vorzustellen, ich bin gespannt!