29
Aug
Ein Licht am Ende des Tunnels
Das achtjährige Gymnasium (G8) erregt hier in Bayern immer noch die Gemüter. Da ich selber mein Abitur in acht Jahren gemacht habe und die Ineffizienzen des Schulsystems zu Genüge kenne, freue ich mich über einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung, der endlich den meiner Meinung nach richtigen Weg zu einer Reform des Schulsystems aufzeigt:
Der Geburtsfehler des achtjährigen Gymnasiums war, es von der Quantität her zu denken
Es kann nicht darum gehen, Schüler möglichst lange einzupferchen und ihnen immer mehr Stoff vorzukauen, den diese sich dann in die Köpfe zu stopfen haben. Vielmehr müssen Lerntechniken entwickelt, Kompetenzen erarbeitet und Grundlagen geschaffen werden. Auch der Weg hierzu findet sich in dem Artikel: kleine Lerngruppen, ein weniger starrer Lehrplan und weniger (!) Schulstunden
Denn bevor das G8 flächendeckend eingeführt wurde, gab es bereits Modellversuche. Gedacht waren sie als Leistungszug. Doch dann blieben die Anmeldungen aus. Die Schulen lockerten ihre Aufnahmeregelungen. Am Gisela-Gymnasium kamen auch Dreier-Kandidaten zum Zug, entscheidend war der Elternwille. Die Münchner Schule war eine von acht, die am ersten Probelauf teilnahmen.
Die Idee war, bei gleich bleibendem Lehrplan ein Schuljahr einzusparen. Letztlich fiel die 11. Klasse weg. In der Kollegstufe, also der 12. und 13. Klasse, trafen die Schüler dann wieder regulär auf den G9-Zug. Mit ihm mussten sie identische Abituraufgaben lösen.
Das Ergebnis ist erstaunlich: Die G 8-Absolventen sind mit 18,2 Jahren nicht nur eineinhalb Jahre jünger als ihre Mitschüler, sondern lagen mit einer durchschnittlichen 2,0 im Abitur auch fast um eine halbe Notenstufe besser. Und das, so Weinzierl, obwohl sie weder besonders begabt waren, noch mit 32 Wochenstunden ein höheres Unterrichtsdeputat hatten.