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Jun
Glück ist ein komisch Ding
Dass Glück subjektiv ist und eng mit der eigenen Einstellung zusammenhängt, ist mittlerweile fast schon ein Allgemeinplatz. Glück ist aber noch viel subjektiver als wir allgemein annehmen. Menschen sind jedoch nicht gut darin, abzuschätzen, was sie glücklich macht und was nicht. So zeigt Dan Gilbert in seinem äußerst sehenswerten Vortrag bei der TED-Konferenz, dass sich Menschen oftmals gerade für die Variante entscheiden, die sie im Nachhinein unglücklicher macht:
Er präsentiert dazu ein Experiment, bei dem in einem ersten Schritt aufgezeigt wird, dass es sich negativ auf das subjektive Glücksempfinden auswirkt, eine schwere Entscheidung rückgängig machen zu können. Im zweiten Schritt wird dann aber gezeigt, dass sich die Mehrheit der Probanden dazu entschließt, sich diese Möglichkeit offen zu halten.
Diese Beobachtung lässt sich einfach durch die Fähigkeit des Menschen zur Dissonanzreduktion erklären: Wenn wir eine Entscheidung endgültig getroffen haben, neigen wir im Nachhinein dazu, diese “schönzureden” und Argumente dagegen schwächer zu bewerten, anstatt zu versuchen, die Entscheidung “nachträglich” zu optimieren. Auch hier präsentiert Gilbert äußerst spannende Experimente, die nahelegen, dass die kein bewusster Prozess ist, sondern vielmehr ein unterbewusster Automatismus. Daran schließt sich die Frage an, warum diese Art des “sythetischen Glücks” eigentlich im allgemeinen niedriger bewertet wird, als das “natürliche Glück”, wenn man bekommt, was man sich wünscht.
Die kognitiven Dissonanzen werden auch dann erhöht, wenn uns eine große Auswahl an Optionen zur Verfügung steht (siehe auch Wollen wir wirklich die Wahl haben?). Denn nur dann bekommen wir das Gefühl, durch unsere Entscheidung tatsächlich etwas ändern zu können und versuchen, sie zu “optimieren”. Allerdings überschätzen Menschen den langfristigen Einfluss bestimmter Ereignisse auf ihr Glücksempfinden massiv und sind so nicht in der Lage, tatsächlich optimale Entscheidungen zu treffen.
Was lernen wir daraus? Auch wenn alle Menschen nach Glück streben, sind wir doch meistens selbst das größte Hindernis auf diesem Weg. Dabei geht es nicht in erster Linie um Disziplin, soziale Kompentenz oder Karriere, sondern einfach um die Einstellung zum Leben: Glücklich wird man dann, wenn man aufhört es zu suchen.
Ellen am 17. Juni 2008, 22:30 Uhr
“Glücklich wird man dann, wenn man aufhört es zu suchen.”
Das klingt doch mal ziemlich gut - und wie ist mit Selbstverbesserung, mit Veränderung…
Bettelprinzessin auf Reisen » Blog Archiv » Was macht uns glücklich? am 18. Juni 2008, 08:36 Uhr
[...] beschäftigt sich Weltenkreuzer in seinem neuesten Beitrag - und ich möchte hier mal meine Seite dieser Frage beisteuern, andere Facetten, die er zwar nicht [...]