Wenn ich kein Mädchen sein darf, dann komm ich nicht mehr!
Wenn ein Schulleiter einen solchen Satz aus dem Mund eines 11-jährigen Kindes hört, kann man sich sicher sein, dass eine besondere Geschichte dahinter steckt. Es ist die Geschichte von Nina, die sich schon als kleines Kind sicher war, in einem falschen Körper zu leben. Als David getauft konnte sie sich nie mit dem Junge-sein arrangieren, kleidete sich am liebsten wie ein Mädchen und spielte lieber mit Barbies als mit Autos. Außerhalb der Schule lebte sie als Mädchen, während der Schulzeit aber, musste sie sich als Junge kleiden und verhalten. Sie litt und kämpfte und konnte schließlich erst ihre Mutter und dann auch Ärzte überzeugen. Nun bekommt sie Hormone, die die männliche Pubertät verhindern und wird, wenn sie es in zwei Jahren immer noch möchte, in einiger Zeit ein fast normales Leben als Nina führen können. Die ganze Geschichte gibt es im SZ-Magazin.
Dieses junge - kleine möchte ich hier bewusst nicht sagen - Mädchen ist ein leuchtendes Beispiel für alle, die sich in dieser Gesellschaft irgendwie anders oder falsch fühlen. Es lohnt sich, für sein Recht und seine Überzeugungen zu kämpfen. Gleichzeitig hat sie eine unglaubliche Kraft bewiesen, sich gegen massive Widerstände durchgesetzt und hat schließlich ein Happy End gefunden. Auch daran sollte sich jeder ein Beispiel nehmen. Respekt, Nina!
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Magersucht ist heutzutage leider fast schon so etwas wie eine Modekrankheit geworden und unter jungen Menschen, insbesondere, aber nicht nur, Mädchen, recht weit verbreitet. Meist liest man darüber in abstrakten, sachlichen Texten. Was es eigentlich bedeutet, unter dieser schweren Krankheit zu leiden, erfährt man auf diese Weise jedoch nicht. Abhilfe schafft da der Erfahrungsbericht von Corinna, die einen langen Weg genommen hat, bis sie zu der Erkenntnis gekommen ist, magersüchtig zu sein. Diesen Weg beschreibt sie Eindrucksvoll in einer Reportage, die bei Spiegel Online zu lesen ist: Der Feind auf meinem Teller.
Respekt verdient sie dafür gleich doppelt: Einmal dafür, dass sie sich entschieden hat, den Kampf aufzunehmen und dafür, dass sie sich traut, über dieses sehr persönliche und teilweise auch tabuisierte Thema eine sehr ergreifende Reportage zu veröffentlichen.
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Nachdem in den Medien und im Internet zurecht viel auf Skandalen, Fehlern und menschlichen Schwächen herumgeritten wird, werde ich ab jetzt versuchen, jede Woche einen Menschen vorzustellen, der in meinen Augen Respekt verdient hat. Das können Bekannte oder Unbekannte sein, Junge oder Alte, Reiche oder Arme. Sie haben nur eines gemeinsam: Sie haben etwas gesagt oder getan, von dem ich meine, dass es Respekt verdient.
Jörg Jaksche:
Im Juni 2007 gestand der Profi-Radfahrer dem Spiegel, dass er jahrelang gedopt habe. Er ging sogar noch weiter und berichtete von einem fest installierten Dopingsystem innerhalb seines Rennstalls und von Drohungen des Dänen Bjarne Riis, falls Jaksche im Rahmen seines Dopinggeständnisses Namen nenne. Jaksche ließ sich jedoch nicht davon abhalten und hat dies nun mit dem Ende seiner Karriere bezahlen müssen. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagt er lapidar: "Ich habe kein Team gefunden. Man will mich nicht mehr."
Auch wenn man ihm vorwerfen könnte, seine Beichte sei aus Kalkül geschehen, um seine eigene Sperre zu verkürzen, so muss Jaksche bereits vorher gewusst haben, dass er, wenn er das "Kartell des Schweigens" bricht, aus dem Profi-Radsport als Paria ausgestoßen wird. Er hat dies in Kauf genommen und kann nun, zumindest im Hinblick auf das Doping, zurecht von sich behaupten: "…dafür kann ich jetzt als einer der wenigen aus der Szene aufrecht durchs Leben gehen."
Aufrecht durch das Leben gehen. Ein Thema, das alleine einen eigenen Blog wert wäre….
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