Kategorie: Netzwelt

1

Aug

del.icio.us ändert sein Design

Gerade habe ich gesehen, dass der Bookmarking-Dienst del.icio.us heimlich still und leise die Gestaltung seiner Seiten massiv überarbeitet hat. Auf den ersten Blick muss ich sagen, dass mir das sehr gut gefällt. Bisher bestach del.icio.us ja nicht gerade durch eine flotte und unkomplizierte Bedienung…

Oh, und ist das eigentlich schon länger so, dass nicht mehr del.icio.us die zentrale Domain ist, sondern delicious.com?

Nachtrag: Hab gerade gesehen, dass der Domainwechsel auch neu ist. Hier mehr Informationen direkt von der Quelle: Oh happy day — the new Delicious is here


23

Jul

Allein auf weiter Flur

Bei Rivva gibt es eine interessante Kombination aus Google Maps und dem eigentlichen Dienst von Rivva: Einerseits eine Karte, auf der man Live verfolgen kann, an welchen Orten gerade neue Beiträge in Blogs publiziert werden und andererseits eine Karte, auf der alle registrierten Blogs verortet werden. Glaubt man dieser Karte, bin ich doch tatsächlich der einzige Blogger aus Oldenburg, der hier vertreten ist…


22

Jul

E-Stadtbibliothek

Bisher habe ich Stadtbibliotheken nicht als Vorreiter in der Nutzung moderner Medien oder alternativer Distributionsformen wahrgenommen, aber das hat sich gründlich geändert, seit ich die “Onleihe” der Stadtbibliothek Oldenburg entdeckt habe. Hier ist es möglich, sich elektronische Medien über das Internet auszuleihen und auch direkt auf den heimischen PC zu laden. Einfach so, von jedem Computer dieser Welt aus. Man braucht dazu nur einen Internetzugang und einen gültigen Benutzerausweis der Stadtbibliothek Oldenburg.

Wie kann man aber einen solchen Dienst anbieten, ohne gleich zum zentralen Verteiler für Medien zu werden, über den sich jedermann in Deutschland seine E-Books, Hörbücher, CDs und so weiter besorgt? Indem man das Prinzip “Leihbücherei” eins zu eins ins Internet überträgt: Die heruntergeladenen Dateien sind mit einem DRM-Schutz versehen und können nur für die Dauer von 30 Tagen geöffnet bzw. genutzt werden. Gleichzeitig kann kein anderer Nutzer diese Dateien herunterladen. Nach dem Ablauf der “Leihfrist” erlischt die Nutzbarkeit, die Medien werden automatisch “zurückgegeben” und stehen für andere Nutzer bereit. Klassische Bibliotheksaktivitäten wie Vormerkungen und Verlängerungen sind natürlich ebenfalls möglich.

Ich habe das Ganze zwar noch nicht ausprobiert, aber ich finde es einen äußerst interessanten Versuch, vor dem Hintergrund der heutigen Rechtslage, einen Medienverleih im Internet zu organisieren. Und dass diese Idee dann noch von einer Stadtbücherei ausgeht… Oder gibt es sowas schon im kommerziellen Bereich und ich habe es noch nicht mitbekommen?


15

Jun

High-Speed-Wikipedia

Das wirklich super-spannende Spiel Tschechien - Türkei ist keine 15 Minuten vorbei und schon findet sich der tragische Fehler von Petr Čech in seinem Wikipedia-Artikel.


29

Mär

Wissenschaftethik und geschlossene Räume im Internet

Das Internet ist schon seit einiger Zeit in das Blickfeld der Wissenschaft gerückt, und auch das “Web 2.0″ wird immer mehr zu einem wichtigen Forschungsgegenstand der Kommuunikationswissenschaft. Die neuen sozialen Netzwerke wie StudiVZ und SchülerVZ unterscheiden sich jedoch in einem wichtigen Punkt von dem klassischen Internet: Der Zugang zu ihnen ist beschränkt. Wie es auch in der realen Welt Räume gibt, die nur bestimmten Personen zugänglich sind (Unternehmen, Ministerien, Exklusive Clubs usw.), finden sich auch im Internet immer mehr “virtuelle Räume” bei denen es Zugangsbeschränkungen zu beachten gibt.

Jan Schmidt vom Hans-Bredow-Institut in Hamburg zeigt diese Problematik am Beispiel des StudiVZ-Ablegers SchülerVZ auf, das ein spannendes Forschungsobjekt darstellen, zu dem der Zugang jedoch nur Schülern erlaubt ist (Forschungsethik im Social Web - Bitte um Mitarbeit). Natürlich könnten sich interessierte Forscher mit einem fiktiven Schüler Zugang zu dem Netzwerk verschaffen, die notwendige Einladung dafür ist schnell organisiert, aber diese Vorgehensweise wirft natürlich wissenschaftsethische Fragen auf. Daher bemüht sich Jan Schmidt nun, forschungsethische Richtlinien für die Forschung in sozialen Netzwerken zu erarbeiten.

Ich bin zwar weder Internet-Forscher, noch Kommunikationswissenschaftler, noch habe ich mich intensiv mit der Wissenschaftsethik auseinandergesetzt, aber in meinen Augen gibt es eigentlich keinen großen Unterschied zwischen realen geschlossenen Räumen und virtuellen. Auch wenn die Frage auch für die “reale Welt” nicht abschließend beantwortet werden kann, so sollte doch auch hier die eiserne Regel für Kommunikation im Internet gelten: “Tue nichts im Internet, was du nicht auch Offline tun würdest”. Bei einem Netzwerk wie SchülerVZ wäre, in meinen Augen, eine Anfrage beim Betreiber der richtige Weg, ob dieser einen Zugang für die Wissenschaftler erlauben kann. Ob ein “Einschleusen” durch einen fiktiven Account oder die Nutzung des Zugangs eines Schülers, der diesen dafür zur Verfügung stellt, vetretbar wären, ist schwierig zu sagen und hängt, in meinen Augen, von der Art der Forschung ab und von ihrem Potenzial, den Nutzern oder den Betreibern des Netzwerks Schaden zuzufügen, oder ihr Vertrauen zu missbrauchen.


28

Feb

Die Welt steht still

Improvisationstheater ist etwas Tolles: Für die Schauspieler funktioniert es in etwa wie eine Klospülung für’s Hirn, weil man das Denken einfach abschalten kann und muss und für das Publikum bedeutet es meist eine starke Beanspruchung des Zwerchfells. Man kann mit improvisiertem Theater aber auch sehr einfach viele Menschen stark irritieren, so wie es die Jungs und Mädels von Improv Everywhere in der New Yorker Grand Central Station mit der Hilfe von 200 Freiwilligen gemacht haben:

Die Regeln, nach denen unsere soziale Welt doch ganz passabel funktioniert und die wir Alle als selbstverständlich ansehen, einfach mal für ein paar Minuten infrage stellen…(Via: Slow down now blog)


21

Feb

Mythos Raubkopie

Paulo Coelho ist sicherlich einer der bekannteren Schriftsteller und dass er hin und wieder Probleme mit Raubkopien seiner Bücher bekommt, sollte niemanden verwundern. Jetzt hat er jedoch selber eindrucksvoll aufgezeigt, dass Raubkopien sich keineswegs negativ auf den Verkauf seiner Bücher auswirken. So hat er in Russland selber eine Homepage eingerichtet und auf dieser eine Kopie seines Buches "Die Hexe von Portobello" zum Download zur Verfügung gestellt.  Nachdem er im Jahr zuvor nur knapp 1000 Exemplare seines Buchs verkauft hatte, waren es im Jahr darauf über 10000 und noch ein Jahr später 100000 Exemplare. Klar, die Kausalität ist damit nicht zweifelsfrei bewiesen und es lassen sich zahlreiche andere Gründe für diesen Anstieg vorstellen, aber plausibel ist es schon, einen Zusammenhang anzunehmen.

Kann man daraus den Schluss ziehen, die Musikindustrie könne nun auch über kostenlose Downloads ihre Verkäufe ankurbeln? Mitnichten, denn Bücher haben gegenüber Musik-CDs einen gewaltigen Vorteil: Sie bieten einen Mehrwert gegenüber der digitalen Kopie: Man kann sie Abends im Bett und in der Straßenbahn lesen, die Augen ermüden nicht so schnell und auch der Rücken freut sich über unterschiedliche Sitzpositionen. Während Musik verlustfrei kopiert werden kann, verlieren Bücher am Bildschirm sehr viel an Qualität und Wert und werden deswegen trotz, oder gerade wegen,  Raubkopien gekauft.

(Quelle: Bernd Röthlingshöfer, Literaturcafé)


18

Feb

Communico ergo sum II

Nicht nur soziale Netzwerke sind heutzutage für viele, insbesondere junge, Menschen ein zentraler Bestandteil ihrer Kommunikation (Communico ergo sum). Auch die ständige Erreichbarkeit durch Handys, Blackberrys oder E-Mails zwingt den Menschen Kommunikation auf - egal, ob sie die gerade wollen oder nicht. Aber wahrgenommen wird dieser Zwang nicht, vielmehr führt die Befreiung davon zu massivem Unwohlsein. Wie es jemandem ergeht, der einige Tage freiwillig auf diese Kommunikationsmittel verzichtet, kann man in folgendem Video beobachten: Unplugged Forbes Editor in Tears After Two Days


12

Feb

Communico ergo sum

Eigentlich sollte doch alles einfacher werden: Das Internet ermöglicht uns die Kommunikation mit Menschen über den gesamten Erdball hinweg. Distanzen schwinden und Grenzen fallen, doch digitale Kommunikation hat auch die Kommunikation im Nahbereich fest im Griff: E-Mails, Instant Messaging und Soziale Netzwerke dienen heutzutage auch Kommilitonen in derselben Stadt oder gar WG-intern als Kommunikationsmittel. Und während sie gleichzeitig die Kontaktaufnahme erleichtern und Hemmschwellen abbauen, stellen sie uns doch immer wieder vor große Probleme: Vor lauter E-Mails, StudiVZ-Nachrichten, neuen sozialen Netzwerken und Kommunikationsangeboten und -aufforderungen kommt man kaum noch dazu tatsächlich zu leben. Kommunikation wird so zum zentralen Aspekt des alltäglichen Lebens, ohne dass es einen Kommunikationsinhalt gibt, denn es geht nicht mehr um die Erzeugung von Gütern, den Erwerb von Wissen oder den Aufbau von Freundschaften. Aus cogito ergo sum wird communico ergo sum.

Wie es jemandem ergeht, der sich aus der digitalen Kommunikation ein Stück weit zurückzieht und der sich wieder auf das wirkliche Leben konzentrieren will, anstatt digital zu kommunizieren, beschreibt Frauke Lüpke-Narberhaus in ihrem lesenwerten Erfahrungsbericht Mein digitaler Selbstmord. Und dabei zeigt sich, dass ein digitaler Kommunikationsoverkill auch heutzutage keineswegs eine Voraussetzung für ein erfülltes Sozialleben darstellt.


7

Nov

Ein Blick hinter die Kulissen

Jeder, der Blogs liest, begegnet ihnen immer und immer wieder: Templates, also Deisgn-Vorlagen, die bestimmen, wie sich ein Blog (und auch viele andere Webseiten) dem Leser präsentiert. Die Daten für ein Blog liegen meist in roher Textform in einer Datenbank und da das niemand lesen möchte, braucht es Templates, die diese Daten für den Leser ansprechend darstellen und überhaupt lesbar machen.

Da solche Templates nicht vom Himmel fallen, braucht es auch Leute, die in der Lage sind, solche Designs zu konzipieren, zu programmieren und auf die jeweilige Software anzupassen. Ich selber habe mich zwar schon an Templates für meine eigenen Seiten gewagt, aber wirklich professionelle Vorlagen sehen dann doch ganz anders aus und sind deutlich vielseitiger einsetzbar.

Wer den Entstehungprozess eines solchen Templates für das Blogsystem Wordpress, das auch diesem Blog zugrunde liegt, live mitverfolgen möchte, kann das bis zum 15. November auf dem Blog Theme Playground tun. Sicherlich auch für Leute interessant, die bisher nur die Ergebnisse der Template-Designer genossen oder über sie geschimpft haben: