26

Jul

Tankstellen-Boykott?

Vor einigen Tagen hat mich eine Mail erreicht, in der dazu aufgefordert wird, die Tankstellen bestimmter Ölkonzerne zu boykottieren, um so Druck aufzubauen, die Benzinpreise zu senken. Ich nehme mal an, die Intention dahinter war, dass ich den Aufruf in diesem Blog bekannter mache. Da ich davon aber nichts halte, verlinke ich ihn hier nicht sondern gebe stattdessen meine Meinung zum Thema Tankstellen-Boykott ab. Im Kern geht es mir um zwei Punkte:

  1. Auch wenn es vielleicht auf den ersten Blick so aussehen mag, aber es sind nicht die Ölkonzerne, die den Preis “raufsetzen”, um höhere Gewinne abzuschöpfen. Vielmehr ist es so, dass momentan verschiedene Faktoren, Spekulation, Ölnachfrage in anderen Staaten usw., dazu führen, dass die Nachfrage an Öl massiv wächst. Und wie es auf einem Markt so zugeht, steigen dadurch die Preise, weil die, die es dringender benötigen, bereit sind, mehr dafür zu bezahlen. Und ich möchte denjenigen sehen, der tatsächlich seinen Gebrauchtwagen billiger verkauft, weil er damit einer armen Familie helfen kann. Das mag im Einzelfall funktionieren, wenn es danach ginge, hätten wir aber überhaupt kein Öl mehr, weil das in anderen Ländern sicherlich für wesentlichere Dinge gebraucht werden könnte, als dafür mit dem Geländewagen zum Aldi um die Ecke zu fahren.
  2. Klar, der Benzinpreis ist momentan verdammt hoch, aber als überzeugter Nicht-Auto-Besitzer freut mich eher, dass es mittlerweile auch finanzielle Anreize gibt, Benzin zu sparen und den Wagen auch mal stehen zu lassen. Dadurch, dass der Benzinverbrauch immer teurer wird, entstehen ja schließlich auch Anreize, sparsame Autos zu konstruieren und zu kaufen. Langfristig wird es dann wahrscheinlich so sein, dass Auto fahren gleich teuer bleibt, da das Benzin zwar teurer wird, davon aber auch nicht so viel verbraucht wird. Und daran kann ich nun wirklich nichts Negatives erkennen…

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