Archiv: Mai 2008

24

Mai

Jugendarbeit mal anders

Jugendarbeit wird meist als das Metier professioneller Sozialarbeiter oder ehrenamtlich engagierter Bürger betrachtet, die etwas “für” die Jugendlichen auf die Beine stellen.  Dass es auch anders geht, zeigen vier Jugendliche in Hamburg: Sie organisieren einmal im Monat eine Party, zu der nur Gäste unter 19 Jahren zugelassen sind. Ohne Alkohol und Zigaretten und zu jugendkompatiblen Zeiten wird hier gefeiert. Die Gäste sehen den Underage-Club als eine Möglichkeit, zu feiern, ohne dabei mit Erwachsenen zu konkurrieren. In geschütztem Rahmen können sich die Jugendlichen hier ausleben und müssen ihre Parties nicht in Bushäuschen oder auf Parkplätzen veranstalten.

Respekt und herzlichen Dank an die vier Organisatoren.

(Quelle: Party? Machen wir jetzt selbst)


22

Mai

29 Stunden…

..sind eine lange Zeit. Doch vor genau so vielen Stunden habe ich meine Freundin am Hamburger Flughafen verabschiedet, von dem aus sie in ihr neunmonatiges Abenteuer in Australien gestartet ist. Nun ist sie gerade sicher in Sydney gelandet und wird bestimmt bald beginnen, ihr Blog unter www.bettelprinzessin-auf-reisen.de weiter zu füllen, das Allen, die ihr Abenteuer am anderen Ende der Welt verfolgen möchten, ans Herz gelegt sei.


15

Mai

Kundenmanipulation für Anfänger?

Beim Supermarkt bei mir um die Ecke sind mir in den letzten Wochen drei Dinge aufgefallen, die mich vermuten lassen, dass hier Kunden bewusst manipuliert werden sollen:

  1. Einzelne Produkte werden mit roten Preisschildern, wie sie auch bei Sonderangeboten verwendet werden, ausgezeichnet. Allerdings mit dem ganz normalen Preis. Da könnte folgende Überlegung hinter stehen: Die Kunden sehen das Schild, denken das Produkt wäre im Sonderangebot und kaufen es, ohne zu wissen, dass das der normale Preis ist.
  2. Ein Produkt, das es in mehreren Sorten gibt, ist im Sonderangebot. Einzelne, anscheinend willkürlich gewählte, Sorten gibt es aber nur zum normalen Preis. Das Sonderangebotsschild verspricht: “verschiedene Sorten” und erst wenn man die Preisschilder der einzelnen Sorten anschaut, sieht man, dass einzelne Sorten den Normalpreis kosten. Ich habe schon zweimal die nicht-reduzierte Sorte gekauft und bin seitdem doppelt vorsichtig.
  3. In den Gängen stehen Aufsteller mit attraktiven Produkten, ohne dass ein Preis angegeben wird. Einkaufen im Blindflug und dabei der Eindruck einer “Sonderaktion”

Ich weiß nicht, ob es Absicht ist, aber wenn ja, dann setzt der Laden damit seinen Ruf auf’s Spiel. Ob das die paar zusätzlichen Euro wert ist, muss der Marktleiter selber entscheiden. Wenn der Laden nicht direkt bei mir vor der Tür wäre, würde ich hier schon lange nicht mehr einkaufen.


13

Mai

"Eigene Meinung" - Was ist das?

Gestern Abend im Bus. Ein Mädchen, nennen wir sie Anna, vielleicht 14 Jahre alt, erzählt ihren Freundinnen:

Boah, die Maja (Name geändert) hat echt keine eigene Meinung. Da war die letztens bei mir und ich hab ihr erzählt, dass ich letztens ne Shisha geraucht hab. Und da meint die: “Das würd ich ja nie machen. Viel zu ungesund.” Später hab ich ihr meine neuen Schuhe gezeigt, knallrote mit echt hohen Absätzen, und dann sagt die: “Mensch sind die hässlich, damit würd ich nicht rausgehen”.

Danach habe ich mich gefragt, was für Anna “eine eigene Meinung zu haben” bedeutet, denn für mich hat Maja eine deutliche eigene Meinung bewiesen, indem sie in der Situation eben nicht das sozial erwünschte “cool” oder “das will ich auch mal” geäußert hat, sondern tatsächlich eine abweichende Meinung.

Eine mögliche Erklärung wäre sehr simpel: Damit Anna sich nicht mit der abweichenden Meinung von Maja auseinandersetzen muss und weil sie vielleicht damit einen wunden Punkt bei Anna getroffen hat, würdigt Anna Maja einfach pauschal ab. Klassischer Fall von Dissonanzreduktion: Eine, den eigenen Überzeugungen widersprechende, Argumentation wird verdrängt, um die eigene Meinung zu sichern.

Etwas komplexer wäre eine andere Erklärung, die mir aber plausibler erscheint: Anna stört an der Meinung Majas, dass diese eine Meinung äußert, die der von Annas Eltern entsprechen könnte. Anna nimmt implizit an, Majas Eltern hätten dieselbe Meinung, Maja habe diese einfach übernommen und gebe sie nun unreflektiert wieder. Demnach ginge es Anne garnicht darum, dass Maja eine wirkliche “eigene Meinung” entwickeln solle, sondern darum, dass Maja sich nicht ausreichend von “den Eltern” oder “den Erwachsenen” abgrenzt. Denken und Reflexion sind dabei unerwünscht, die Meinung muss nur abweichend sein, um als “eigene” zu gelten.


1

Mai

Insider in der Lidl-Bäckerei

Lidl-Brötchen gibt es bei mir ab jetzt nicht mehr: Unser täglich Brötchen