Archiv: November 2006

30

Nov

Peer-Review und Publikationen

In der Debatte um Open Access (z.B. hier, hier und hier) in der wissenschaftlichen Publikation wird oftmals auf die Wichtigkeit der “Qualitätskontrolle” wissenschaftlicher Arbeiten durch eine der Veröffentlichung vorgeschaltete Begutachtung der Artikel durch andere Wissenschaftler hingewiesen (z.B. hier). In meinen Augen erfüllt dieses “Peer-Review” insbesondere zwei Funktionen:

1. Qualitätskontrolle: Unbestritten sollten Arbeiten vor ihrer Veröffentlichung auf ihre Qualität hin überprüft werden: Die Argumentation sollte plausibel sein, die Arbeit sollte neue Aspekte beinhalten und natürlich muss auch die Methode gewissen Ansprüchen genügen.

2. Abgrenzung der Wissenschaft: Das Peer-Review ist ein wichtiger Baustein in der Abgrenzung des Wissenschaftssystems gegenüber der übrigen Gesellschaft: Nur wer die “richtigen” Begriffe an der “richtigen” Stelle verwendet, die “richtigen” Autoren zitiert und “fachangemessene” Argumente verwendet kann auf eine Publikation hoffen. Auf diese Weise werden existierende Paradigmen reproduziert, bestehende Argumentationsmuster gefestigt und “Querdenkern” der Einstieg erschwert.
Zudem hat gerade die Soziologie mit dem Vorurteil der Unverständlichkeit und verklausulierten Ausdrucksweise zu kämpfen, was sich durch die kooptative Struktur des Systems leider in Zukunft auch vorerst nicht ändern wird. Verständlich und zugänglich zu schreiben, wird oftmals als “unwissenschaftlich” bezeichnet.

Gibt es also eine Möglichkeit, die Qualitätskontrolle zu erfüllen, ohne dabei ein rigides Reproduktionssystem zu erzeugen? In meinen Augen lautet die Antwort auch hier wieder Open Access: Auf einer Veröffentlichungsplattform für wissenschaftliche Artikel könnte ein offenenes Review-System etabliert werden. Kritisierte Artikel werden nicht einfach nicht veröffentlicht, sondern zusammen mit den Kritikpunkten eingestellt.So kann sich eine offene Diskussion um neue Ideen entwickeln und gleichzeitig wird der wissenschaftliche Gehalt der Texte überprüft. Zudem erzeugt die Öffentlichkeit des Reviews größeren Druck auf die Autoren sauber zu arbeiten.


24

Nov

Open Access in der Wissenschaft

Tina Guenther weist in ihrem Sozlog auf die “Open Access”-Bewegung in der wissenschaftlichen Publikationspraxis hin. Hier werden Forschungsergebnisse nicht mehr (nur) in teuren Fachzeitschriften veröffentlicht, sondern für Jedermann kostenlos zugänglich im Internet.

In meinen Augen stellt dieser kostenlose Zugang aber nicht nur eine interessante neue Entwicklung dar, sondern sollte eigentlich den Grundstein für die Veröffentlichung öffentlich finanzierter Forschung darstellen. Es mutet doch sehr absurd an, dass der Steuerzahler Millionen für die Förderung unversitärer wissenschaftlicher Arbeit ausgibt und sich deren Ergebnisse dann zu horrenden Preisen von privatwirtschaftlichen Verlagen kaufen muss.

Auch dem wissenschaftlichen Nachwuchs wird die Arbeit unnötig schwer gemacht: Bestimmte Zeitschriften sind an der Uni nicht verfügbar und auch online nicht zugänglich, Fernleih-Kopienbestellungen kosten (wenn auch hier in Bayern zugegebenermaßen nicht viel) und dauern einige Wochen. Ein kurzes Anlesen ist nicht möglich und das Abstracts nur selten etwas über die Verwertbarkeit eines Artikels in der eigenen Arbeit verraten ist auch keine Neuigkeit.

Was spricht also eigentlich dafür, dass eingefahrene Publikationssystem beizubehalten? Das zentrale Argument dürfte hier das Peer-Review-Verfahren sein, das sicherlich viele Vorteile aufweist. Aber auch dieses ließe sich ohne größere Probleme im Rahmen einer Internet-Plattform umsetzen.

Ich bin sehr gespannt, wann sich die ersten Bemühungen in diese Richtung entwickeln…


21

Nov

Mathematischer Adventskalender

Wer bei dem Begriffspaar “Mathematik” und “Unterhaltung” an einen Widerspruch in sich denkt, dem sei folgender Link nicht sonderlich ans Herz gelegt. Alle, die sich diese Kombination durchaus vorstellen können, sollten aber mal hier vorbeischauen: www.mathekalender.de


9

Nov

Kreativschulen

SpiegelOnline berichtet über ein sehr interessantes Schulmodell aus den neuen Bundesländern: Spielerisch zur Höchstleistung